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| Gender Mainstreaming Ziele und Aufgaben Forschung / Information Bildung Internat. Kontakte und Projekte Service 20. November 2002 Bildergalerie PartnerInnen/Links News Kontakt
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Vielen
Dank für Ihr Interesse an der Dokumentation unserer Fachtagung
„Gender
Mainstreaming in der Praxis leben“ am
20.November 2002 in Magdeburg und Gedankenaustausch ermöglichen. Für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer soll es eine Zusammenfassung mit der Möglichkeit sein, besonders Interessierendes nochmals nachzulesen. Nach dem „Einschreiberitual“ galt es aktiv zu werden. Unsere Gäste wurden gebeten, Ihre Erfahrungen mit Gender Mainstreaming auf einer Skala zu bewerten. Hier die bildliche Darstellung des Ergebnisses -
Begrüßung - Gender Mainstreaming in Sachsen-Anhalt – Projekte, Prozesse, Perspektiven“
...war das Thema der Rede
von Gerry Kley, Minister für
Gesundheit und Soziales des Landes Sachsen-Anhalt -
Gender
Mainstreaming – Potenzial erhöhen; -
Gender
Report 2002; -
Standpunkte und Erfahrungen Im zweiten Teil der Veranstaltung stand der intensive Erfahrungsaustausch in den Workshops im Vordergrund. 1.
Gender-Kompetenz entwickeln- wie geht das? Einführung
,
Input,
Auf
den Punkt gebracht 2.
Daten und Fakten – Methodische Basis für Gender Mainstreaming Einführung,
Auf
den Punkt gebracht 3.
Gender
Mainstreaming und Organisationsentwicklung in der öffentlichen Verwaltung. Einführung,
Input,
Auf
den Punkt gebracht 4.
Gehen
oder bleiben- Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Wanderungsverhalten von Frauen
und Männern. Einführung,
Auf
den Punkt gebracht 5.
Was
bringt Gender Mainstreaming in den Strukturfonds der EU? Einführung,
Input,
Auf
den Punkt gebracht 6.
Schule
als geschlechtsneutrale Zone? Einführung,
Input,
Auf
den Punkt gebracht Ihre Anregungen, Meinungen und
Kritiken sind uns sehr wichtig! Bitte nehmen Sie mit uns Kontakt auf per Post,
e-mail
Begrüßung zur Fachtagung
durch Ute Wanzek, Geschäftsführerin des
G/I/S/A, Gender-Institut Sachsen-Anhalt „Gender
Mainstreaming in der Praxis leben" Meine sehr geehrten Damen und Herren, im
Namen Gender-Institutes und des Ministeriums für Gesundheit und Soziales des
Landes Sachsen-Anhalt begrüße ich Sie herzlich Besonders begrüße ich den Herr Minister Gerry Kley. Ich möchte diese Gelegenheit nutzen, mich bei Ihnen dafür zu bedanken, dass diese Tagung möglich wurde und dass wir die Möglichkeit haben, dieses neue Kongreßzentrum des Ministeriums sozusagen einweihen zu dürfen. Ich denke, gemeinsam mit den Kollegen und Kolleginnen Ihres Hauses, haben wir eine optimale Arbeitsatmosphäre gestalten können. Ich
begrüße all unsere Referentinnen und Referenten, die durch ihre Beiträge und
ihre Arbeit während der Tagung und in den Work- Stellvertretend für alle sage ich Frau Dr. Verena Jauk, Abteilungsleiterin im Bundesministerium für soziale Sicherheit und Generationen Österreich, ein herzliches Willkommen. Vielen Dank, dass Sie den weiten Weg aus Wien nach Magdeburg auf sich genommen haben, um im Workshop zu Gender Mainstreaming in den Strukturfonds der EU ihre Erfahrungen zu vermitteln. Leider nicht begrüßen kann ich "NN" von der Europäischen Kommission. Langfristige Absprachen und Bemühungen unsererseits und auch von Kolleginnen der Kommission haben letztlich leider doch nicht zum Erfolg geführt, da die Begehrlichkeiten nach Referentinnen und Referenten gerade zum Jahresende groß sind. Wir haben jedoch mit der Kommission vereinbart, im nächsten Jahr unsere internationale Konferenz mit Unterstützung der EU-Kommission durchzuführen. Sehr geehrte Damen und Herren, mit unserer Fachtagung verbinden wir zwei wesentliche Zielstellungen. Zum einen wollen wir gemeinsam Bilanz darüber ziehen, wo Sachsen-Anhalt nach nunmehr über zwei Jahren Gender Mainstreaming steht. Andererseits wollen wir gemeinsam Erfahrungen austauschen und Impulse für den weiteren Umsetzungsprozess geben. Sie alle sind herzlich eingeladen, die Erreichung dieser Zielstellungen durch Ihre aktive Teilnahme in allen Phasen unserer Konferenz mit zu befördern, um das Motto der Fachtagung „Gender Mainstreaming in der Praxis leben Wirklichkeit werden zu lassen. Damit uns dies gut gelingen kann, werden uns ModeratorInnen durch den Tag begleiten. Zunächst stelle ich Ihnen Frau Dr. Anne Rösgen vor. Frau Dr. Rösgen ist eine ausgewiesene Expertin für die Prozesse, die sich mit Geschlechterfragen und ihrer Umsetzung in Prozessgestaltungen verbinden. Dabei arbeitet sie unter anderem zu Fragen Kompetenzentwicklung. In diesen Kontexten wirkt sie als freie Mitarbeiterin für das G/I/S/A. Herr Dr. Ronald Schulz ist ein weiterer Experte, der in freier Mitarbeit für das G/I/S/A, hauptsächlich in Gender Mainstreaming Bildungsveranstaltungen und in der Beratung und Begleitung von Gender Mainstreaming Umsetzung in Organisationen unsere Arbeit bereichert. Wir wünschen Ihnen beiden ein gutes Gelingen ihrer Moderationsaufgabe und übergeben hiermit nun die Tagung an Sie.
Die ModeratorInnen Dr. Anne Rösgen (Mitte) und Dr. Ronald Schulz (links) mit Ute Wanzek
Sehr geehrte Damen und Herren, auch ich begrüße Sie sehr herzlich in unserem erst vor wenigen Wochen eingeweihten Konferenzzentrum. Die heutige Fachtagung ist also die Premierenfeier für diese Räumlichkeiten - aber schon lange nicht mehr die Premiere für Gender Mainstreaming in Sachsen-Anhalt. Das Tagungsprogramm kündigt eine Bestandsaufnahme an: 2 Jahre Gender Mainstreaming in Sachsen-Anhalt – und da ich der für die Koordinierung dieses Umsetzungsprozesses zuständige Minister bin, erwarten Sie zu Recht das erste Wort von mir. G ender-Mainstreaming ist ein struktureller Ansatz, eine systematische Methode politischen Entscheidungshandelns. Also sollte auch seine Bestandsaufnahme systematisch sein. Ich habe daher Anleihe bei der schwedischen 3-R-Methode genommen und werde mich in meinem Beitrag der noch nicht – zertifizierten – 3-P-Methode bedienen.3-R – die Gender Mainstreaming-Erfahrenen unter Ihnen werden es wissen – steht für Repräsentanz, Ressour cen und Realität undbeschreibt eine Methode der gender-sensiblen Analyse insbesondere von kommunalen Vorhaben. 3-P steht für Projekte, Prozesse und Perspektiven. Ich denke, mit diesen Kategorien lässt sich am besten beschreiben wo wir gegenwärtig bei der Einführung von Gender Mainstreaming stehen. Das erste P – Projekte - repräsentiert die Haben-Seite; beschreibt, worauf wir uns bei der weiteren Arbeit stützen können, das zweite P – Prozesse – steht für Standort, wo wir uns gegenwärtig im Umsetzungsprozess befinden, das dritte P – Perspektiven – soll Handlungsbedarfe und nächste Handlungsschritte aufzeigen. Ich werde mich bei dieser Bestandsaufnahme auf die aus meiner Sicht wichtigsten Punkte konzentrieren. Projekte und Rahmenbedingungen
Sachsen-Anhalt hat – meines Wissens nach immer noch als einziges Bundesland - ein von der Landesregierung beschlossenes Umsetzungskonzept für Gender Mainstreaming. Dieses Konzept ist modular gestaltet und kann und soll kontinuierlich weiterentwickelt. Dieser
Weiterentwicklungsprozess hat u. a. zu der Erkenntnis geführt, dass Verwaltung
und Politik für die Einführung von Gender Mainstreaming externe Unterstützung
brauchen – insbesondere für 2 Dinge: zum einen für den Aufbau von
Gender-Kompetenz bei den fachlich Verantwortlichen und zum anderen für weiterführende
Erkenntnisse über unterschiedliche Lebensrealitäten und strukturelle Daher gibt es seit anderthalb Jahren in Sachsen-Anhalt das bundesweit erste Gender-Institut: G/I/S/A. Der Aufbau von G/I/S/A wird für 3 Jahre als Modellprojekt aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Landes gefördert. Das Gender-Institut hat zu der heutigen Fachtagung eingeladen und wird zum ersten Mal in einem solchen landesweiten Rahmen Ergebnisse der bisherigen Arbeit präsentieren. Dem will ich nicht vorweg greifen, sondern die Spannung auf den weiteren Vormittag mit Ihnen teilen. Es gibt aber noch einen Punkt auf der „Haben"-Seite: In den vergangenen 2 Jahren sind – vor allem im Rahmen von Projekten – eine Reihe fachlicher Beispiele zur Anwendung der Gender Mainstreaming-Methode entstanden. Da
haben wir z. B. das Modell-Projekt des Kultusministeriums: „Gender
Mainstreaming im Rahmen der budgetierten Mittelverteilung an
Fachhochschulen. Das Institut für Hochschulforschung entwickelt hier seit
ca. 1 Jahr gemeinsam mit Hochschulleitungen
und Die Ergebnisse des Projekts sollen dann u. a. in die zwischen Kultusministerium und Hochschulen auszuhandelnden Zielvereinbarungen einfließen. Wir
haben weiter die Projekte und Vorhaben im Rahmen der Strukturfondsförderung.
Gerade im ESF-Bereich fährt das Wirtschafts- Die meisten Fachbeispiele wurden im Rahmen des schon erwähnten Pilotprojektes im Sozialministerium erarbeitet. Da diese im Laufe des heutigen Tages in unterschiedlicher Form immer wieder auftauchen werden und sie auch ausführlich in der Buchveröffentlichung dokumentiert sind, nenne ich nur einige Themenfelder: So gibt es ein fachliches Beispiel aus dem Bereich Arbeitsschutz. Auch die Sportförderung und Rehabilitierungsmaßnahmen wurden einer Gender-Analyse unterzogen. In einem weiteren Projekt zur Qualitätsentwicklung in der außerschulischen Jugendbildungsarbeit war Gender Mainstreaming ein durchgängiges Leitprinzip. Zusammengefasst für die Haben-Seite können wir also festhalten, dass wir uns schon ein gutes Stück von der Startlinie fortbewegt haben. Wo stehen wir denn aber nun im Gesamtprozess? – Damit bin ich beim zweiten P – Prozesse. Als ich mich gestern vorbereitet habe, sah ich mir auch die Liste der Teilnehmenden an – wie ich finde – ein interessanter Indikator für die Standortbestimmung. Zunächst einmal sehr erfreulich ist die große Resonanz auf die Einladung des Gender-Instituts: Ca. 150 Anmeldungen bestätigen das Interesse an diesem Thema. Ca. 80 % der Interessierten sind Frauen, 20 % Männer – im Vergleich zur letzten großen Gender Mainstreaming-Tagung hat sich somit der Männer-Anteil verdoppelt. Zum Kreis der Führungskräfte – also der Hauptverantwortlichen im Gender Mainstreaming-Prozess – gehören ca. ein Viertel der Anwesenden. Die Zahl der gleichstellungspolitischen Akteurinnen und der fachlichen Verantwortlichen hält sich in etwa die Waage. Das ist eine positive Entwicklung, die zeigt, dass wir auf dem Weg sind. Möglicherweise ist auch schon ein Viertel geschafft. Bezogen auf das Ziel, Geschlechtergerechtigkeit zu einem grundsätzlichen Kriterium politischer Entscheidungen auszugestalten und Kompetenzen, Interessen, Lebensrealitäten von Frauen und Männern gleichwertig in Entscheidungsprozesse einzubeziehen, sind wir zum gegenwärtigen Zeitpunkt erst auf einer Vorstufe angelangt. Bei allem Erreichten und einem zunehmenden Engagement für die Umsetzung von Gender Mainstreaming stellt sich natürlich auch die Frage nach den Hürden und Barrieren, oder positiv gesagt nach den Herausforderungen: Mancherorts
herrscht noch immer die Auffassung, bei Gender Mainstreaming würde es sich um
ein schnell wirkendes Medikament ohne Nebenwirkungen handeln. Weit gefehlt, und
um in dieser Metapher zu bleiben, es handelt sich um eine grundsätzliche
Umstellung der ‚Lebensweise‘, verbunden mit neuen Einsichten und
Einstellungen und Veränderungen, die manchmal anfangs mit Anstrengung verbunden
sein können. Das heißt, die erfolgreiche Einführung einer
geschlechtersensiblen Arbeitsweise ist notwendigerweise mit Veränderungen in
der fachlichen Herangehensweise, mit Veränderung in den Ablaufstrukturen und
mit neuen Qualifikationsanforderungen verbunden. Dabei gibt es kein Patentrezept
oder eine Universal-Checkliste, nach der man verfahren kann. Gender Mainstreaming-Projekte schaffen in diesem Verständnis wichtige Voraussetzungen: sie bringen Fachbeispiele und geben damit Orientierung für die eigene Facharbeit, sie fördern durch innovative und tragfähige Lösungsansätze die Akzeptanz für Gender Mainstreaming, sie überzeugen davon, dass Gender-Kompetenz nicht mal eben in 1 - 2 Tagen Fortbildung erworben werden kann. Gender Mainstreaming-Projekte sind damit eine wichtige Basis, sie sind aber noch nicht Gender Mainstreaming selbst. Der Prozess ist erst geglückt, wenn es gelingt Erkenntnisse, Verfahrensweisen, Lösungswege aus den Projekten in die Verwaltungs- und Entscheidungspraxis zu transferieren und dauerhaft zu verankern. Das ist die Herausforderung, vor der wir in Sachsen-Anhalt jetzt stehen. Bisher sind wir bei den seit 1998 in Kabinettsvorlagen obligaten „Gleichstellungspolitischen Bericht" bei der Regelpraxis angelangt, dass unterschiedliche Betroffenheiten von Frauen und Männern in dem jeweiligen Fachbereich dargestellt werden. In vielen Fällen werden Verpflichtungen eingegangen, die Auswirkungen auf Frauen und Männer, die sich aus einem Gesetz oder einem Programm ergeben werden, zu evaluieren. In kaum einem Fall werden bis jetzt strukturelle Hemmnisse für Chancengleichheit von Frauen und Männern identifiziert und Schluss- folgerungen aus erkannten Ungleichgewichten abgeleitet. Damit bin ich bei einer zweiten Herausforderung im gegenwärtigen Prozess: Eine zielgerichtete Chancengleichheitspolitik braucht konkrete und operationalisierbare Ziele auf der Grundlage empirisch gestützter Datenanalysen. Hier haben wir es mit vielschichtigen Problemen zu tun. In vielen Feldern fehlen gender-sensible Daten zur Analyse der Ausgangssituation. Wie soll hier mit der Zielentwicklung verfahren werden? Fachebene und gleichstellungspolitische Akteurinnen – wer hat welche Kompetenzen im Prozess der Zielentwicklung? Wie lässt sich eine bessere Zusammenarbeit zwischen beiden Ebenen gestalten? Und auch – unter dem Aspekt der dramatischen Finanzsituation unseres Landes – wie ist bei Zielkonflikten zu verfahren? Für die Lösung dieser Fragen brauchen wir ein ressortübergreifendendes Steuerungsgremium, in dem sowohl fachpolitische als auch gleichstellungspolitische Interessen vertreten sind. Die dritte große Herausforderung ist es, das Top-Down-Prinzip in der täglichen Praxis mit Leben zu erfüllen. Auf der Beschlussebene gibt es Konsens darüber, dass Gender Mainstreaming eine Führungsaufgabe und eine fachpolitische Aufgabe ist. Der bisherige Umsetzungsprozess bestätigt dieses sehr deutlich: In Bereichen, in denen Führungskräfte Aktivitäten zeigten, ihr Entscheidungsverhalten veränderten und vor allen Dingen begannen, gleichstellungspolitisches Engagement zu honorieren, waren und sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in viel stärkerem Maße bereit, sich auf Gender Mainstreaming einzulassen. Dort, wo das nicht der Fall war, gibt es auch kaum Veränderungen. In der Praxis ist es vielerorts immer noch so, dass Führungskräfte die Verantwortung für Gender Mainstreaming delegieren – und zwar einschließlich der Steuerungs- und Kontrollfunktion. Hier gilt es dringend anzusetzen. Damit bin ich beim letzten P – Perspektiven! Wie wird es weiter gehen mit Gender Mainstreaming in Sachsen-Anhalt, wie kann es uns gelingen, „Gender Mainstreaming in der Praxis zu leben"? Wo sind die Handlungsbedarfe, was werden die nächsten Handlungsschritte sein? Die Drehscheibe für die Steuerung des weiteren Umsetzungsprozesses wird die Bildung einer Interministeriellen Arbeitsgruppe sein. Den entsprechenden Beschluss hat die Landesregierung im September gefasst. Um
der Umsetzung von Gender Mainstreaming als höchste Führungsaufgabe ein stärkeres
Gewicht zu verleihen, hat die Landesre- Ich
gehe davon aus, dass die Interministerielle Steuerungsgruppe noch in diesem Jahr
ihre Arbeit aufnimmt. Auf der Agenda der IMAG sollen laut Beschluss der Landesregierung zunächst die folgenden Themen stehen:
Angesichts der vorgenommenen Standortbestimmung haben die beiden ersten Aufgaben eine besondere Priorität. Hinsichtlich der Auswahl von Themenfeldern für Anwendungsprojekte haben eine Reihe von Ministerien bereits intensive Vorarbeiten geleistet. Es gibt die Prämisse, Vorhaben auszuwählen, die ohnehin umzusetzen sind und diese unter Gender Mainstreaming-Aspekten zu gestalten. Im
Schulbereich z. B. könnten die Rahmenrichtlinien überarbeitet und auf die
inhaltliche Gestaltung von Schulbüchern Einfluss
genom- In meinem Ressort haben wir zunächst 2 Handlungsfelder auf die GM-Tagesordnung gesetzt: zum einen die weitere Umsetzung von Gender Mainstreaming im Rahmen des budgetierten Leistungsvertrags mit dem Landessportbund und zum anderen die weitere Verbesserung des Mutterschutzes an Arbeitsplätzen mit Gefahrstoffbelastung. Die IMAG kann dabei die Fachministerien bei der Konzipierung ihrer Anwendungsprojekte unterstützen. Darüber hinaus sollen gemeinsame Qualitätsstandards für die Umsetzung, Fortbildung der Projektbeteiligten und die Auswertung der Projekte entwickelt werden. In diesem Prozess wird es natürlich eine enge Kooperation mit dem Gender-Institut geben. Und als Ergebnis dieses gesamten Prozesses wünsche ich mir dann, dass wir von 3 E’s sprechen können:
Bilanz über die Arbeit von G/I/S/A Ute Wanzek, Geschäftsführerin des G/I/S/A, Gender-Institut Sachsen-Anhalt
Gender Mainstreaming – Potenzial erhöhen als PDF-Datei
Meine sehr geehrten Damen und Herren, Anlässlich
unserer Fachtagung ist es nun auch Zeit für das G/I/S/A, über eine Arbeit von
achtzehn Monaten erstmals öffentlich Bilanz zu Diese
Zeit war und ist wirklich aufregend. Als Ende 2000 die Idee geboren wurde, eine
Einrichtung zu initiieren, die Gender Seit
März letzten Jahres gestalten wir nun dieses Modell aus, setzen die darin
enthaltenen Zielstellungen und Aufgaben um und passen Bundesweit
wie auch in Europa haben wir mit dem sachsen-anhaltischen Institut
Aufmerksamkeit und großes Interesse hervorgerufen. Doch was bedeutet dies für G/I/S/A? Einerseits
hatte das Land Sachsen-Anhalt mit seinen Beschlüssen die entscheidenden
Grundlagen zur Umsetzung von Gender ministerium begonnen, das Landeskonzept umzusetzen. Andererseits zeigte sich jedoch sehr schnell, dass es noch immer einen großen Bedarf an zunächst grundlegenden Informationen zum Gender Mainstreaming-Konzept gibt. Aber wir begegnen auch vielen Unsicherheiten, häufig Distanz und auch Ängsten zu dieser neuen Strategie. Insofern
hat es das Gender-Institut immer wieder mit Skepsis, Ungeduld und auch mit der
grundlegenden Infragestellung ob seiner Gender
Mainstreaming als integriertes, strukturelles, organisationsbezogenes Konzept,
verlangt in seiner Umsetzung weitreichende Es
verlangt vor allem zunächst die sichtbare Entscheidung von obersten Führungsebenen,
dieses Konzept in das normale Handeln Das
Institut entwickelt einerseits Konzepte und widmet sich schwerpunktmäßig der
Herausbildung von Qualitätsstandards im Gender Eine
der Kernaufgaben des G/I/S/A besteht darin, mit dem jährlichen Gender-Report
einen wissenschaftlich fundierten Bericht über die Die
Gender-Bildung, zweiter zentraler Aufgabenschwerpunkt, der von G/I/S/A
konzipiert und angeboten wird, hat zum Ziel, das Gender Geschlechterfragen handelt, sondern dass es um Gender-Kompetenz geht, die zur Umsetzung von Gender Mainstreaming als Bestand- teil von Prozessen der Organisationsentwicklung unabdingbar benötigt wird. Gender-Bildung
meint einen umfassenden Ansatz, der neben Sensibilisierung, Wissensvermittlung
und Handlungskompetenz auf der In all diesen Feldern liegen Arbeitsbereiche des G/I/S/A und genau das ist es, was Organisationen bei uns zunehmend nachfragen. Noch
viel zu oft müssen wir resümieren, dass sehr häufig in Organisationen, in
Verwaltungen, davon ausgegangen wird, eine sationen zu ergründen, in denen kompetenzbildende Veranstaltungen stattfinden sollen. So kommt es dann doch vor, dass Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Erwartungen nicht erfüllt sehen, insbesondere dann, wenn keine weiteren Maßnahmen folgen, als diese grundlegenden Auftaktveranstaltungen, die an einem Tag alles leisten sollen – von der Sensibilisierung bis zur Übung an Beispielen. Es
ist auch immer wieder notwendig geworden, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede
und vor allem das Komplementäre von Das
Gender-Institut hat aus all diesen Gründen einen Schwerpunkt der Arbeit darauf
gerichtet, konzeptionelle Grundlagen zur steine für die Handlungsfelder Strukturfonds und Verwaltungsmodernisierung. Gleichzeitig
haben wir durch bisher 45 Informations- und Bildungsveranstaltungen bei 26
verschiedenen Organisationen und Projekten Einen
zweiten Schwerpunkt bildeten im Bereich Forschung konzeptionelle sowie
organisatorisch vorbereitende Tätigkeiten für die Das
G/I/S/A hat im Rahmen seiner Öffentlichkeits-, Vernetzungs- und Aufklärungsarbeit
europa-, bundes- und landesweit 50 Vorträ- Über 20 Projekte verschiedenster Träger und Programme nahmen Beratungsleistungen in Anspruch, insbesondere solche, die mit Mitteln der EU-Strukturfonds gespeist werden (Programme EQUAL, LOCALE, URBAN 21, LIST, Pakte für Arbeit), aber auch solche Projekte wie im Programm Lernende Regionen oder Leonardo da Vinci nutzten unsere Leistungsangebote. Darüber
hinaus beteiligte sich das G/I/S/A gemeinsam mit der Leitstelle für
Frauenpolitik an der europaweit geführten Diskussion über Vielfachen
Anfragen für Fachbeiträge für Broschüren (z.B. Broschüre der Bundeszentrale
für politische Bildung, Broschüre des Landes Dieser
nur kurze Auszug aus unsere Bilanz zeigt, die Leistungen des kleinen Teams des
G/I/S/A und seiner externen ExpertInnen und Eine
Einrichtung wie unsere kann den Prozess der Umsetzung des Gender Mainstreaming
wirkungsvoll unterstützen. In Zukunft geht es Dabei ist klar und offensichtlich, dass auch wir noch auf dem Weg sind, auf dem Weg - ein Kompetenzzentrum zu werden. Wir
sind, wie Sie, auch immer wieder Lernende, die auf das Wissen und die
Erfahrungen vieler Expertinnen und Experten in vielfältigen Gender
Mainstreaming Potenzial erhöhen – eine langwierige, aber lohnende
Zielstellung zur Gestaltung einer Gesellschaft, geprägt Thomas Claus, Geschäftsführer GI/S/A stellte den Gender Report 2002 vor
Gender-Report Sachsen-Anhalt 2002 die Vortragsfolien können Sie hier im PDF-Format nachlesen
Thomas Claus während seines Vortrages Standpunkte und Erfahrungen
Herr Baumgarten Frau Scheer Ministerium für Gesundheit und Soziales Polizeidirektion Dessau
Herr Dr. Rohde Herr Hövelmann Regierungspräsidium Magdeburg Landrat des Kreises Anhalt-Zerbst Workshop 1: Gender Kompetenz entwickeln – wie geht das? Dr. Anne Rösgen
Nach einer ersten Phase der Umsetzung stellte die EU Kommission fest, dass die fehlende Gender Kompetenz, insbesondere bei den Führungskräften, eines der größten Hemmnisse für Gender Mainstreaming darstelle. Viele zogen daraus den Schluss, dass dann alle eben mal ein Gender Training mitmachen müssten, dann sei das Problem wohl gelöst. Inzwischen sind unzählige solcher Trainings durchgeführt worden – aber wurde dort Gender Kompetenz entwickelt? Es häufen sich die Beschwerden über Bildungsveranstaltungen, die diesem Anspruch NICHT gerecht wurden und enttäuschte oder ratlose TeilnehmerInnen zurückließen. Was aber IST Gender Kompetenz? Bisweilen liest man, es gebe Fach- und Methodenkompetenz, soziale und persönliche Kompetenz und nun eben auch noch Gender Kompetenz. Dann wieder heißt es, es sei sehr wichtig, dass sich die Gender Kompetenz mit der Fachkompetenz verbinde – aber wie? An anderer Stelle wird behauptet, die Gender Kompetenz sei eine (neue) Schlüsselqualifikation. Sind denn Kompetenz und Qualifikation dasselbe? Nun geht es aber nicht „nur" um die Fähigkeit mit den Geschlechterverhältnissen im beruflichen Alltag kompetent umzugehen, sondern „mainstreaming gender" wird verlangt, d.h. auch Prozesse gestalten und steuern zu können. Und damit nicht genug: es ist davon auszugehen, dass der Gender – Mainstreaming – Prozess in seinen verschiedenen Stadien auch immer wieder neue Kompetenzen erfordern wird, dass also Bildungsmaßnahmen immer wieder integraler Bestandteil des Prozesses sein sollten, wie Beratung (Gender Expertise). Wir halten es für notwendig und eilig, sich gründlicher als bisher mit all diesen Fragen zu beschäftigen, denn wir werden
Das bedeutet, dass die Frage nach der Gender Kompetenz auch eine theoretische Herausforderung ist, dass die Klärung methodologischer Fragen unabdingbar ist und dazu sind noch wissenschaftliche Arbeiten nötig. Was im Workshop passieren soll Es soll Klarheit geschaffen werden über die Fragen: 1. Wie definieren wir Gender Kompetenz als Handlungskompetenz? 2. Welche Anforderungen stellt der Gender - Mainstreaming – Prozess an die Gender Kompetenz? Und – natürlich – 3. die Frage aus dem Titel des Workshops: Gender Kompetenz entwickeln – WIE geht das? Keine Sorge ... ... auch wenn manches zunächst ein bisschen theoretisch klingt – es wird alles anhand von Beispielen und Erfahrungen dargestellt. Der Workshop richtet sich nicht nur an WissenschaftlerInnen und pädagogisches Fachpersonal, sondern an alle, die sich mit der Frage beschäftigen, was jemand wissen und können muss, um Gender kompetent zu sein und auf welchen Wegen Gender Kompetenz entwickelt werden kann. Im übrigen handelt es sich um erste Ergebnisse aus den Arbeiten bei G/I/S/A, die nun dringend zur Diskussion gestellt werden sollen! Ich bin gespannt auf Ihre Meinung und freue mich auf Sie!
Input - Gender-Kompetenz Ausführungen zur Gender - (Mainstreaming)-Kompetenz können Sie hier und die Vortragsfolien da im PDF-Format nachlesen
weitere Materialien zum Workshop:
Auf den Punkt gebracht
Resultat des Gedanken- und Erfahrungsaustausches im Workshops „Gender Kompetenz entwickeln – wie geht das?": Zwei Wege führen zur Entwicklung von Gender Kompetenz.
Zum einen wird über die notwendige Klärung von Begriffen wie beispielsweise Gender, (Gender -) Kompetenz und Qualifikation und Gender Mainstreaming der erste, theoretische Zugang bereitgestellt. Der zweite, praxisorientierte Zugang zur Entwicklung von Gender Kompetenz wird mit der Entwicklung und Sichtbarmachung des Bedarfes an Gender Kompetenz überall eröffnet. Im Zuge der Modernisierung von Verwaltungen mit einer bürger- und dienstleistungsorientierten Organisationsstruktur ist die Implementierung von Gender Mainstreaming eine sich aus diesem Prozess (zwangsläufig) ergebende Anforderung. Über die Vermittlung von Gender- Wissen / Kompetenz in Organisationen und die Integrierung in den Prozess der Organisationsentwicklung ist auch immer wieder die Aus- und Weiterbildung von Gender Trainern eine unverzichtbare Voraussetzung für die Qualitätssicherung von Gendertrainings und somit für den Erfolg von Gender Mainstreaming in den Organisationen. ‚Train the trainer’ ist deshalb eine zu jedem Zeitpunkt aktuelle Forderung an Wissensvermittelnde und deren Netzwerke und Strukturen für eine eigene Qualitätsentwicklung und –sicherung. Workshop 2: Daten und Fakten – Methodische Basis für Gender Mainstreaming Thomas Claus, Geschäftsführer G/I/S/A
Das mit dem Gender Mainstreaming-Ansatz geforderte geschlechterbezogene Herangehen auf sämtlichen Politikfeldern setzt an zentraler Stelle „die Erarbeitung von fachbezogenem Wissen über Differenzen und Gemeinsamkeiten in der Lebenssituation, den Erfahrungen, Interessen und Bedürfnissen von Frauen und Männern sowie die Erschließung von geschlechterbezogenen Forschungsergebnissen" voraus. Die Bereitstellung geschlechtsspezifisch differenzierter Informationen und Erkenntnisse sowie deren Verbreitung und Nutzung in sämtlichen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens avancieren damit zu einer Aufgabe, deren Lösung maßgeblich darüber entscheidet, ob und inwieweit es gelingt, das Gender Mainstreaming Konzept praxiswirksam umzusetzen. Oftmals ist dabei nicht klar, welche Informationen benötigt werden, in welchem Umfang und wo sie existieren, mit welchen Methoden sie ermittelt werden können und wie sie zu analysieren und zu bewerten sind.
Auf den Punkt gebracht
Die im Workshop 2 geführte Diskussion zur Gewinnung und Bereitstellung von geschlechtsspezifischen Daten führte zu der Feststellung, dass ein Mangel an Transparenz bei Datenquellen geschlechtsspezifischer Ausrichtung besteht. Für eine Verbesserung dieses Umstandes ist die Beachtung verschiedener Ansätze von Bedeutung:
Dabei ist die Umsetzung dieser notwendigen Handlungsanforderungen nur durch die Kooperation von Erfassungs- und Umsetzungsinstanzen möglich.
Außerdem waren sich alle Anwesenden einig, dass sich mit jeder Näherung an dieses Problem immer wieder neue, weiterführende Fragen eröffnen. Workshop
3: Gender Mainstreaming und Organisationsentwicklung Ute Wanzek, Geschäftsführerin G/I/S/A Dr.
Kristin Körner, Leiterin des Grundsatzreferates der Abteilung
Mit einleitenden Vorträgen zu den Thema „GM und Organisationsentwicklung in der öffentlichen Verwaltung" und „GM als Qualitätsmerkmal moderner Verwaltungen" möchten die Referentinnen den TeilnehmerInnen einen fachlichen Input geben. Darüber hinaus werden sie Beispiele der Umsetzung in Anwendungsprojekten und in Verwaltungen darstellen. Dies versteht sich als Angebot an die TeilnehmerInnen des Workshops, gemeinsam Rahmenbedingungen und Qualitätsstandards für die Initiierung , Konzipierung, Führung, Umsetzung und Evaluierung von Gender Mainstreaming Anwendungsprojekten herauszuarbeiten. Die Zielstellung besteht darin, Anforderungen an Anwendungsprojekte von der Gestaltung bis hin zum Transfer in das normale Verwaltungshandeln in gemeinsamer Diskussion aufzuzeigen, um sie als Ergebnis des Workshops und der Fachtagung in den jeweiligen Organisationen dann weiterentwickeln und umsetzen zu können. Die drei gegeben Inputs sind jeweils als Folienvorträge im PDF-Format für Sie bereitgestellt.
Auf den Punkt gebracht
Aus
dem Workshop „Gender Mainstreaming und Organisationsentwicklung in der
öffentlichen Verwaltung": Impulse und perspektivische Lösungswege für
den weiteren Prozess der Umsetzung von Gender Mainstreaming in Sachsen-Anhalt In Anlehnung an eine Metapher der GM-Expertin Dr. Barbara Stiegler: GM heißt Zopf statt Schleife: „Vergleicht man Entscheidungsprozesse in Organisationen nach dem Flechten eines Zopfes, waren die bisherigen Stränge Sachgerechtigkeit, Machbarkeit und Kosten. Wenn überhaupt wurde zum Schluss die Frage gestellt, in welcher Weise Frauen und Männer unterschiedlich betroffen sein könnten. Der fertige Zopf bekam also am Ende noch eine kleine Schleife. Gender Mainstreaming dagegen bedeutet, dass die Frage der Geschlechterverhältnisse ein wesentlicher Strang im Zopf ist. Alle Entscheidungen sind also von Anfang an durch GM geprüft." Anders
gesagt: GM ist Teil von Qualitätsentwicklung GM-Anwendungsprojekte sind sinnvoll und wirkungsvoll, um Gender-Kompetenz im Sinne von Handlungskompetenz zu entwickeln, und Veränderung von Planungs- und Entscheidungsprozessen modellhaft zu erproben. Durch ihren Bezug zur jeweiligen Fachaufgabe erhöhen sie zudem die Akzeptanz und die Motivation für GM.
Im Workshop haben wir Rahmenbedingungen und Qualitätsstandards für die erfolgreiche Umsetzung von GM-Anwendungsprojekten diskutiert:
1.
Sichtbarer Umsetzungswille, insbesondere der politischen Spitzen: 2.
Anwendungsprojekte müssen Teil einer Gesamtstrategie der Verwaltung sein, 3.
Aufgaben/Themenauswahl für Anwendungsprojekte: politisch wichtige/anerkannte
4.
Beachtung von Prozessphasen/professionelle Prozesssteuerung: 5.
Flexible Gestaltung von Steuerungs- und Kontrollformen, Schaffung von 6.
Sicherstellung, dass Prozessbeteiligte ausreichend motiviert und ausgebildet
werden in
7.
Integration von Gender-Bausteinen in alle Aus- und Fortbildung;
insbesondere im 8. Immer noch notwendig:
Workshop
4: Gehen oder Bleiben - Gemeinsamkeiten und Unterschiede
Prof.
Dr. Christiane Dienel, Lehrgebiet Europäische Politik und Gesellschaft Dr. Uwe Markus konnte leider aus gesundheitlichen Gründen nicht teilnehmen
Migration und Migrationserfahrung waren und sind eng mit der Geschlechtszugehörigkeit verbunden. In vielen Gesellschaften unterlag die Mobilität von Frauen engen Beschränkungen und Vorschriften. Grenzen des Standes, der Konventionen und projizierter Weiblichkeitsvorstellungen verhinderten die körperliche und geistige Selbstbehauptung, das In-die-Hand-Nehmen des eigenen Lebens und die freie Entscheidung über den eigenen Wohn- und Arbeitsort. Wollten Frauen das enge Gehäuse von Haus, Stand und Konvention verlassen, mussten sie Grenzen überschreiten. Dies gelang immer nur einer kleinen Minderheit. Um so überraschender ist es, dass heute in Sachsen-Anhalt deutlich mehr Frauen als Männer abwandern, auf der Suche nach Arbeit oder besseren Lebensbedingungen oder nach einem Partner. Allgemein bekannt und empirisch für ganz Ostdeutschland nachweisbar ist der deutliche Frauenüberhang der Westwanderer. Insgesamt wanderten aus Ostdeutschland im Zeitraum 1991 bis 1999 per Saldo rund 326.500 Frauen nach Westen. Bei den Frauen blieb der Wanderungssaldo durchgehend negativ und wird seit etwa vier Jahren vor allem durch die besonders wanderungsaktiven 18- bis unter-25-Jährigen verursacht, zunehmend auch durch die 25- bis unter 30-Jährigen. Dabei haben insbesondere bei den 18- bis unter 25-Jährigen stets mehr Frauen als Männer die neuen Länder verlassen. Sachsen-Anhalt ist in Bezug auf die Abwanderung nach Westen innerhalb Ostdeutschlands Spitzenreiter mit rund 7,4% Bevölkerungsverlust seit 1991.
Was im Workshop passieren soll Im Workshop werden wir zum einen auf die Geschichte der Migration von Frauen schauen und zum anderen auf die aktuellen Ergebnisse des Gender Reports über Abwanderung, um gemeinsam zu diskutieren, wie Sachsen-Anhalt zu einem Land werden kann, in dem junge Frauen ihre Zukunft gestalten möchten.
Die Westwanderung von Frauen aus dem Osten Deutschlands hat eine lange Tradition. So auch war im einleitenden Vortrag von Prof. Dr. Christiane Dienel zu hören, dass sich diese Westwanderung von Frauen seit dem zweiten Weltkrieg in Etappen vollzog. Dieses Verhalten von Frauen ist mit einer traditionellen Geschlechterrollenverteilung zu begründen: Frauen folg(t)en ihren Männern. Die Untersuchung der gegenwärtigen Wanderungsbewegung von EinwohnerInnen Sachsen-Anhalts zeigt, dass mehr junge Frauen als Männer in benachbarte Bundesländer abwandern. Als Ursachen werden vor allem Demotivierungsprozesse und der stark geschlechtsspezifisch segregierte Hierarchisierung des Arbeitsmarktes benannt. Diese Entwicklung kann auch dahingehend positiv bewertet werden, da Frauen auf Grund negativer Rahmenbedingungen mobil werden und aus eigener Motivation mit diesem Wanderungsverhalten auch klassische, traditionelle Frauenrollen überwinden. Trotzdem ist die demoskopische Entwicklung (nicht nur) in Sachsen-Anhalt aufgrund der Abwanderung junger Menschen besorgniserregend. Es besteht die Gefahr, das diese Region zukünftig als „Rentnerland" oder „Freizeitland" identifiziert und stigmatisiert wird. Deshalb waren sich alle TeilnehmerInnen dieses Workshops einig, dass dem Trend der verstärkten Abwanderung von Frauen entgegengewirkt werden muß. Da die Bindung an die Region durch Herkunft schwächer wird, ist eine Verbundenheit durch soziale Kontakte und die Chance zur persönlichen Selbstverwirklichung nicht zuletzt im Erwerbsleben durch diverse Maßnahmen zu fördern. Geschlechtergerechte und somit auch frauenfreundliche Bildungs- und Hochschulpolitik sowie Frauenförderung auf kommunaler Ebene können dazu beitragen, dass Frauen Bedürfnisse in diesen Handlungsfeldern deutlicher artikulieren und wahrnehmen können. Aber auch eine geschlechtsspezifische Ausrichtung von Initiativen und Veränderungen auf dem Gebiet der Arbeitsmarktpolitik sind zu den wichtigsten erforderlichen Maßnahmen zur attraktiveren Gestaltung der Region für Frauen zu zählen. Weitere Standortfaktoren wie die Bereitstellung an den Arbeitszeiten von Eltern orientierten Kinderbetreuungseinrichtungen, Existenzgründungsunterstützung, die Förderung von Wohneigentum und die frauenfreundliche Entwicklung des Nahverkehrsnetzes und Großraumverkehrsverbindungen gehören in einen Maßnahmenkatalog zur Bindung. Workshop
5: Was bringt Gender Mainstreaming in den Strukturfonds
Ziele und Inhalte Anhand der konkret vorgestellten Projekte sollen die TeilnehmerInnen praxis- und erfahrungsorientiert grundlegende Fragestellungen erarbeiten, Probleme bei der Umsetzung von Chancengleichheitszielen in der Praxis aufzeigen und analysieren sowie mögliche weiterführende Handlungsansätze und Umsetzungsstrategien entwickeln. Mögliche Themenstellungen:
Die Vortragsfolien können Sie hier im PDF-Format nachlesen.
Auf den Punkt gebracht
Workshop 6: Schule als geschlechtsneutrale Zone?
Marlies
Hase, Schulleiterin der Astrid-Lindgren-Grundschule, Zerbst Bettina
Willhelm, Frauenbeauftragte der Stadt Ludwigsburg,
Die Demokratisierung der Geschlechterverhältnisse ist das Ziel – Schule kann einen wichtigen Beitrag dazu leisten. Wenn übernommene Muster von „typisch Mädchen-typisch Junge" als Denkbremse, als Verhaltensgrundsatz, als Veränderungssperre wirken, dann ergeben sich oft Spannungen – für das Lehrpersonal ebenso wie für die Kinder. Trotz wissenschaftlicher Erkenntnisse werden aber selten geschlechtsbezogene Erklärungsmuster herangezogen und noch weniger wird geschlechtsbezogene Pädagogik praktiziert. Kinder sollen Fürsorge füreinander übernehmen können. Mädchen sollen Lerninhalte finden und Lernwege beschreiten, die ihnen entgegenkommen, die sie stärken und ermutigen. Jungen sollen empfindsamer (nicht wehleidiger) die eigenen Grenzen und die anderer Kinder erkennen und wahrnehmen. Effektive Gewaltprävention muss sich mit herrschenden Geschlechterrollenbilder kritisch auseinander setzen.
Was im Workshop passieren soll Am Beispiel zweier – in Ihrem Ansatz sehr unterschiedlicher Schulprojekte, wollen wir Schritte aufzeigen und mit Ihnen weiterentwickeln, wie Mädchen und Jungen bei der Gemeinschaftserziehung gleiche Chancen erhalten.
Auf den Punkt gebracht
Mit Anerkennung der Tatsache, dass Didaktik nicht nicht geschlechtsneutral ist, sind als Konsequenz dieses Umstandes verschiedene Veränderungen in den Strukturen und Kommunikationen in den Schulen notwendig. Ziel muss demnach die Sichtbarmachung der unterschiedlichen Lebensweisen von Schülerinnen und Schülern sein. Kurz gesagt: es muss der „doppelte Blick" Einzug in die pädagogischen und didaktischen Strategien halten. Alle Strukturen, aber auch pädagogischen und didaktischen Handlungsfelder können bzw. müssen dabei unter der Prämisse des „doppelten Blickes" neu betrachtet und bewertet werden. Auf dem Prüfstand müssen demnach u. a. die Partizipationsmöglichkeiten am schulischen Leben für Schülerinnen und Schüler, das Angebot begehbarer Lernwege für Mädchen und Jungen oder auch gewaltpräventive Maßnahmen in den Schulen. Dies sind Beispiele für die große Bandbreite der Anwendung des „doppelten Blickes". Jedoch verlangt die Fähigkeit zur Anwendung dieses speziellen Blickes vielfach zunächst eine Sensibilisierung aller LehrerInnen für Fragen und Themen einer geschlechtsspezifischen Pädagogik und Didaktik. Somit kann die Strategie des „doppelten Blickes" mit Hilfe der Förderung von Einzelprojekten, einer sensiblen Steuerung von Geldern und der Schulung aller Beteiligten zu einer sensibilisierten, weil geschlechtergerechten, demokratischen Schule beitragen. Das Thema einer geschlechtsspezifischen Pädagogik hat in letzter Konsequenz Einfluss auf das gesamte Leben in der Schule und soll das „Klima" nachhaltig prägen.
Unser Dank gilt allen Referentinnen und Referenten, der Moderatorin und dem Moderator sowie allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern an der Fachtagung für ihre engagierte und konstruktive Arbeit.
Ein besonderer Dank geht an das Organisationsteam, geleitet von Frau Katrin Müller, die im Hintergrund das Gelingen der Tagung sicherstellten.
Vielen Dank auch an das Team des Kongresszentrums des MInisteriums für Gesundheit und Soziales für eine angenehme "Rund-um-Betreuung". b hier kann geschrieben werden,
aber bitte nicht diese Zeichen verändern |