"Projektanliegen und Zielgruppe: Ziel dieses Projekt ist die Förderung eines partnerschaftlichen Verhaltens in Betrieben als Prävention gegen sexuelle Belästigung und der Auseinandersetzung mit Familien- und Berufsplanung im betrieblichen Kontext. Brennpunkte sind berufliche Gleichberechtigung: zum einen Fragen nach der Zuständigkeit von Berufs- und Familienarbeit sowie den Möglichkeiten zu ihrer Vereinbarkeit und zum anderen die Problematik sexueller Gewalt und Belästigung am Arbeitsplatz. Zu beiden Bereichen gibt es mittlerweile sowohl rechtliche Bestimmungen wie innerbetriebliche Regelungen, aber keinerlei Maßnahmen, die sich unmittelbar an Auszubildende richten. Diese stellen aber in präventiver Hinsicht eine zentrale Zielgruppe dar: 1. Junge Erwachsene in der Berufsausbildung müssen aufgrund ihres niedrigen innerbetrieblichen Status, ihres Alters und der kurzen Betriebszugehörigkeit als besondere Risikogruppe bezüglich sexueller Belästigung eingestuft werden. 2. Es werden gerade in der Phase der Ausbildung häufig wichtige Partnerbeziehungen geknüpft, so daß Familienplanung Konturen annimmt und die beruflichen und familiären Rollen langfristig festgelegt werden. - Betriebliche Sozialisation ist hier an der Weichenstellung beteiligt, welche Vorstellungen die Auszubildenden vom Umgang zwischen Männern und Frauen am Arbeitsplatz und von geschlechtsspezifischen Unterschieden bezüglich Arbeitsteilung, Berufsbiographie und Aufstiegsaspirationen entwickeln. Ansatzpunkte des Projektes: Ziel ist es, dauerhaft sexualpädagogische Kompetenz in den Betrieb zu implementieren, d.h. Handlungs- und Beratungsfähigkeit in den Bereichen Sexualität, Familienplanung und Partnerschaft zu vermitteln, aber auch im Umgang mit sich verändernden Rollen von Frauen und Männern. Nach den Erfahrungen in einem ersten Projekt, in dem die Zielgruppe Auszubildende direkt angesprochen wurde, richtet sich dieses Nachfolgeprojekt auf die dauerhafte Implementierung solcher Inhalte in die betriebliche Ausbildung. Dazu werden verschiedenen Betrieben Fortbildungen für MultiplikatorInnen angeboten, also für AusbilderInnen, innerbetriebliche Lehrpersonen und zentrale AnsprechpartnerInnen wie Frauenbeauftragte etc. Neben Wissensvermittlung über beide Themenbereiche beinhaltet diese Fortbildung auch Sensibilisierung und Reflexion des eigenen Umgangs mit der Thematik sowie besonders die Vermittlung von Unterrichtsmethoden bzw. Beratungstechniken. Aufgabe der wissenschaftlichen Begleitforschung ist die Bewertung des Fortbildungsangebotes, aber auch eine Analyse des Fortbildungsbedarfes auf der Grundlage von bestehenden Betriebsvereinbarungen und von ExpertInnen-Interviews. Die Ergebnisse der Begleitforschung fließen dabei unmittelbar in das Angebot des sexualpädagogischen Teams mit ein." |