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Forschungsprojekte zum Gender Mainstreaming
Die mediale, technologische und wissenschafliche ‚Erfindung‘ des Menschen im 21.Jahrhundert - jenseits von Natur, Kultur, Geschlecht? Transformationen des Wissens
"Ausgangspunkt des Projektes ist die Frage, ob und wie das historische Konzept vom Menschen in gegenwärtigen wissenschaftlichen, technologischen, politischen und medialen Diskursen neu "erfunden" wird. Die Biowissenschaften, die Medien- und Informationstechnologien ebenso wie die fortschreitenden Globalisierungsprozesse transformieren - so die These - bisherige Auffassungen von Wissen, Mensch und Geschlecht. Was als unverfügbare Natur des Menschen galt, ist durch chirurgische oder gentechnische Eingriffe manipulierbar geworden. In den Verkoppelungen des Körpers mit elektronischen Apparaten wird die Grenze zwischen Mensch und Maschine durchlässig. Mit der Globalisierung werden nicht nur nationalstaatliche Koordinaten brüchig, sondern auch die Grenzziehung zwischen dem Eigenen und dem Fremden. Im Zuge dieser Transformationen entstehen (neue) Machtverhältnisse, Hierarchien und gesellschaftliche Normierungen. Die geschlechterpolitischen Implikationen dieses komplexen Geflechts von aktuellen Veränderungsprozessen und -diskursen stehen im Zentrum des transdisziplinären Lehr- und Forschungsprojektes. Aus der bisherigen Arbeit haben sich für die zweite Phase folgende Forschungsschwerpunkte ergeben:
Die Untersuchung der Wirkungen neuer Informations- und Medientechnologien auf die Selbst- und Fremdentwürfe von Männern und Frauen. Was bedeutet die Virtualisierung von Wahrnehmung und Erfahrung, die sowohl in wissenschaftlichen Bereichen als auch im täglichen Leben ständig voranschreitet? Wie wird hierbei Geschlechterdifferenz produziert und reproduziert?
Die Untersuchung von (sozial-) staatlichen Umbauten in ihrem Verhältnis zu den Transformationen von Wissen, Mensch und Geschlecht. Welche Implikationen haben die Prozesse der (Neu-) Konzeptionalisierung des Sozialen und Politischen für die sich verändernden Bilder von Mensch und Gesellschaft sowie für Vorstellungen und Praktiken der Selbstführung? Wie werden dabei Geschlechterverhältnisse aus- und umgebaut?
Im Projektteil an der Europa-Universität Viadrina werden geschlechterpolitische Auswirkungen osteuropäischer Transformationsprozesse untersucht. Wie verändert sich das Wissen über die Geschlechterproblematik in Politik, Kultur und Gesetzgebung in Polen und Deutschland? Im Zentrum steht der Vergleich unterschiedlicher Ebenen der Zivilgesellschaft - Staat, Wirtschaft, "Dritter Sektor" - in Bezug auf EU-Standards. "