"Überblick über Ziele, Aktivitäten und erwartete Ergebnisse von GemCITE
Obwohl es eine Vielzahl an Aktivitäten und Projekten zur Realisierung von Chancengleichheit im IT Bereich gibt, existiert zur Zeit kein umfassendes Gender Mainstreaming Konzept, um IT-Aus- und Weiterbildungen zu reorganisieren. Die existierenden Projekte beschränken sich alle auf regionale oder institutionelle Einzelmaßnahmen, Frauenförderung oder Quotenregelungen.
Das Projekt GemCITE will an diesem Problem ansetzen. GemCITE soll alle relevanten Faktoren, Kriterien und Handlungsoptionen zu einem ganzheitlichen und integrierten Konzept zusammenführen, das bei der Implementierung von Gender Mainstreaming in die IT-Aus- und Weiterbildung unterstützen soll.
Durch die transnationale Zusammenarbeit soll das Konzept von GemCITE eine Möglichkeit für alle Schulungseinrichtungen in Europa (insbesondere in den Partnerländern) bieten, Gender Mainstreaming in ihre eigenen Ausbildungskonzepte zu integrieren.
Das deklarierte Ziel von GemCITE ist die Entwicklung und Verbesserung der Qualität von IT-Ausbildungen auf der Basis von Gleichstellung und die Erhöhung der Aufmerksamkeit aller operationalen AkteurInnen des IT Bildungsbereichs für ihren Beitrag zur Strategie Gender Mainstreaming.
Die Zusammenarbeit mit Klein- und Mittelbetrieben wird den Vorteil haben, dass die Bedürfnisse der ArbeitgeberInnen durch ihre laufenden Auswertungen und Kontrollen der GemCITE-Ergebnisse mitberücksichtigt werden. Andererseits wird diese Kooperation die Wahrnehmung von geschlechtsspezifischer Segregation am IT Arbeitsmarkt erhöhen.
Ein Konzept für Marktorientierung und viele Produkte (ein Handbuch, CD-Roms, News Letters, Poster, Broschüren, Homepage) werden zur Verbreitung der Ergebnisse beitragen.
Einige Fakten, die unsere Motivation für GemCITE begründen:
Das Fehlen von Frauen am IT-Sektor des Arbeitsmarktes und in hochgradigen IT-Aus- und Weiterbildungen ist aus vielen internationalen Studien ersichtlich.
Im Laufe des letzten Jahrzehnts sind 3 Mio Arbeitsplätze neu geschaffen worden, 1,6 Mio davon sind von Frauen besetzt. Über 60% der zwischen 1995-2000 neu entstandenen Arbeitsplätze entfielen auf den Hochtechnologiebereich, wo Frauen extrem unterrepräsentiert sind. Der Arbeitsmarkt ist nach wie vor nach Geschlechtern gespalten, wobei Frauen überwiegend eingestellt werden zur Anwendung neuer Technologien und zur Datenverarbeitung. Männer dominieren eher in den kreativen Bereichen der Softwareentwicklung und Systemanalyse.
Frauen stellen weniger als 20% der InformatikstudentInnen und nur 14,5% der UnternehmensgründerInnen im Multimediabereich, obwohl das 5 Rahmenprogramm für Technologie und Forschung der EU 40% als Mindestanteil für jedes Geschlecht festlegt.
In allen EU Ländern gibt es mehr Mädchen als Jungen in der Hochschulbildung, trotzdem besteht für sie eine weitaus geringere Wahrscheinlichkeit, dass sie Naturwissenschaften, Mathematik, Computertechnik usw.studieren.
Ein weitaus größerer Prozentsatz von Frauen in Vergleich zu Männern nimmt an praxisorientierten Beschäftigungsprogrammen teil, hingegen weniger Frauen als Männer nehmen an theoretischen und wissenschaftlichen Programmen oder an Programmen, die den Zugang zu Berufen mit hohen Anforderungen gewähren, teil.
Die Fortbildungen im Bereich Kommunikationsnetze und der Programmierung werden von Männern beherrscht. Frauen beschränken sich auf Textverarbeitungsprogramme, die sie auf Sekretariatsposten vorbereiten.
(alle Daten aus: Europäisches Parlament, Plenarsitzungsdokument 15. 07. 2003 RR/504088DE.doc Bericht über Frauen in der neuen Informationsgesellschaft; Ausschuss für die Rechte der Frau und Chancengleichheit; Berichterstatterin: Anna Karamanou)
ERWARTETE ERGEBNISSE
Daten erheben und als Ergebnis der Analyse den Ist-Zustand dokumentieren (Statusbericht)
Die Qualität zukünftiger Ausbildungsmaßnahmen verbessern Die Entwicklung von Chancengleichheit für Männer und Frauen in berufsspezifischen Trainings unterstützen
Die Realisierung von Maßnahmen zur Bewusstseinsbildung (z.B. für Klein- und Mittelunternehmen, Bildungsinstitutionen, UnternehmensberaterInnen) Entwicklung von Methoden und Instrumenten, um Faktoren für ein IT-Aus- und Weiterbildungssystem zu beschreiben, das Gender Mainstreaming Kriterien entspricht Entwicklung eines Handbuchs für ein IT-Aus- und Weiterbildungssystem gemäß Gender Mainstreaming Kriterien (GemCITE-Konzept) Entwicklung und Realisierung von GemCITE-Workshops (für Bildungsinstitutionen, TrainerInnen, BildungsberaterInnen, usw.), um das GemCITE-Konzept bekannt zu machen |