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Forschungsprojekte zum Gender Mainstreaming

Naming Gender - Empirische Studien zur phonologischen Struktur von Vornamen im Deutschen
ProjektleiterIn Oelkers, Susanne
Forschungsgebiete
Projektlaufzeit 00. 0000 -
00. 0000
Forschungsregion / -land Deutschland
Bundesland
Beschreibung

Im Mittelpunkt steht die Frage, ob Vornamen mit Hilfe ihrer phonologischen Struktur das Geschlecht von Personen kommunizieren. Als theoretische Grundlage dient die Phonosemantikforschung (Lautsymbolik), der zufolge Zuordnungen zwischen sprachlichen Lauten (Phonemen) und ihren Bedeutungen keineswegs immer willkürlich sind. Das Forschungsthema verbindet Erkenntnisinteressen von Genderforschung und germanistischer Onomastik.

In jüngerer Zeit wurden einige wenige empirische Studien zur Phonosemantik von englischen Vornamen durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen übereinstimmend, dass sich die phonologischen Strukturen von englischen Frauen- und Männervornamen statistisch signifikant voneinander unterscheiden. Sowohl in der linguistischen Gender-Forschung als auch in der deutschen Sprachwissenschaft hat diese Frage bisher jedoch so gut wie keine Beachtung gefunden.

Durch Anfragen an geografisch gut verteilte Standesämter wurde ein aussagekräftiges Vornamenkorpus zusammengestellt, das aktuelle Tendenzen der Vornamengebung in der Bundesrepublik Deutschland spiegelt. Die Frauen- und Männervornamen des Untersuchungskorpus wurden hinsichtlich verschiedener phonologischer Parameter miteinander verglichen. Auf diese Weise ließen sich einige hochsignifikante Strukturdifferenzen ermitteln. Im zweiten Schritt wurden auf der Basis der Korpusanalyse Kunstnamen gebildet und Versuchspersonen zur Beurteilung vorgelegt, die Deutsch als Muttersprache sprechen. Mit großer Mehrheit wurden alle Stimuli hypothesenkonform geschlechtlich zugeordnet. Die Ergebnisse der beiden Teilstudien sprechen dafür, dass Vornamen auch im Deutschen Geschlecht phonosemantisch kommunizieren: So sind nicht nur die phonologischen Strukturen von Frauen- und Männervornamen, die Eltern gegenwärtig für ihre Kinder wählen, signifikant verschieden voneinander; phonologische Vornamenstrukturen werden auch von deutschen native speakers geschlechtlich interpretiert.

Die Ergebnisse der Untersuchung werden als sprachlicher Beitrag zur sozialen Herstellung geschlechtlicher Differenz aufgefasst. Geschlechtliche Differenzierung mit Hilfe von Praktiken der Benennung wird in Anlehnung an aktuelle Erklärungsansätze der Genderforschung als Naming Gender gewertet.

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Kontakt
AnsprechpartnerIn Oelkers, Susanne
Institution Gender Research Group
Straße/Nr. Breiter Weg 10
Anschrift Zusatz Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
PLZ / Ort 24105 Kiel
Telefon +49 0431-579 49-51
Telefax +49 0431-579 49-50
eMail buero@gender.uni-kiel.de
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