Zur Umsetzung von Gender Mainstreaming (GeM) braucht es Gender Mainstreaming-Kompetenz – das ist schnell gesagt und durchaus einleuchtend.
Aber was genau ist darunter zu verstehen?
Beim Gender Mainstreaming sollen die jeweiligen Situationen, Prioritäten und Bedürfnisse von Frauen und Männern berücksichtigt werden und zwar in allen Politik- /Fachbereichen. Dazu muss man die geschlechtsspezifischen Unterschiede in den verschiedenen Politikfeldern (z.B. Bildung, Gesundheit, Verkehr, Wirtschaft, Arbeitsmarkt etc.) zunächst einmal kennen.
Das hiermit angesprochene Gender Wissen beinhaltet außerdem Kenntnisse zum Hintergrund geschlechtsspezifischer Unterschiede: wie z.B. über
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die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung und ihre Veränderung am Ende der industriellen Gesellschaft,
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die zugrundeliegenden Strukturen – die Geschlechterverhältnisse und wie sich reproduzieren,
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über Geschlechterrollen, -stereotype und deren Wirkung auf Kommunikation und Interaktion.
Da mit der Implementierung von GeM immer Veränderungsprozesse in Organisationen verbunden sind, gehört zur Gender Mainstreaming–Kompetenz auch Wissen über Konzepte und Methoden der Prozessgestaltung.
Es braucht Können, um das Wissen einsetzen zu können; es braucht aber auch Wollen, und zwar sowohl auf der individuellen als auch auf der Organisationsebene und es braucht Rahmenbedingungen - Dürfen- in der Organsation, um Wissen mit Können und Wollen auch einzusetzen zu können.
Gender-Kompetenz wird zur Handlungskompetenz - zur Gender Mainstreaming-Kompetenz durch die Dimensionen von:
| Wissen | als kognitive Disposition, die alle Kompetenzbereiche umfasst |
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Daten und Fakten zur Chancen-Un-Gleichheit, insbesondere Kenntnisse über geschlechtsspezifische Arbeitsteilung -
Gesellschaftliche Rahmenbedingungen und Konzepte (Geschlechterdemokratie) -
Neue Konzepte in der Gleichstellungspolitik (Gender Konzept; Gender als kulturelle Differenz; Doppelstrategie) -
Fachspezifisches Gender Wissen (z.B. Gesundheit, Verkehr, Beschäftigungspolitik, Jugendarbeit....) -
Geschlechterrollen, Stereotype und ihre Wirkung -
Geschlechtsspezifische Kommunikationsstile -
Organisationsentwicklung und Prozessgestaltung u.a. |
| Können | Erfahrungs- und Anwendungsdimension auf der Basis der kognitiven Dispositionen |
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mit Konflikten und Missverständnissen im Geschlechterverhältnis umgehen können, -
Geschlechterdifferenzen im beruflichen Alltag produktiv nutzen können, -
Integrative Förderung der Chancengleichheit/ Gender Mainstreaming, Prozessgestaltung, -
selbständig Gender-Aspekte identifizieren können, u.a. |
| Wollen | Ebene der Einstellung, Werthaltungen und Motivation |
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Sich der eigenen Prägungen durch Herkunftsfamilie, Sozialisationsinstanzen, Milieus bewusst sein, -
Reflexion der eigenen Geschlechtsrolle im beruflichen Alltag, -
“professionelle Eigenmotivation“ (eigene Verständigungs- und Handlungsstrategien entwickeln), -
Offenheit, Beweglichkeit, Einfühlungsvermögen (dem anderen Geschlecht kritisch, aber nicht abwertend begegnen), u.a. |
| Dürfen | Ebene der Rahmenbedingungen: Umgang mit hemmenden und Gestaltung fördernden Rahmenbedingungen |
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Umgang mit hemmenden und Gestaltung von fördernden Rahmenbedingungen -
Anlässe für Gender Mainstreaming identifizieren oder schaffen können -
Ansatzpunkte für eine zielgerichtete Strategie zur Veränderung der Geschlechterrelationen entwickeln -
„förderliche Verwaltungskultur“ schaffen können: Analyse und Veränderung der Organisationskultur |
ProGRes(vgl. IAT 1999)
Gender Mainstreaming-Kompetenz muss ausgeprägt werden
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bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern (personell), um Gender in alle fachlichen Bereiche zu integrieren und
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auf der Organsationsebene, um entsprechende Strategien und Rahmenbedingungen durchgängig mit Gender zu verbinden.